Mag. Natascha-Simone Pauli im Gespräch mit Ass.-Prof. Dipl.-Ing. Dr.in Techn. Karin Poljanc

Mit Mut, Präzision und Menschlichkeit – Prof. Poljancs Weg zum Impact in der Medizinphysik

Wir im Team vom TU Career Center erinnern uns noch gut an unser erstes Treffen im Rahmen des TU.impact-Programms. Schon damals haben wir Prof. Karin Poljanc gespannt zugehört – voll Energie, klarer Worte und einer Begeisterung für Physik, die sofort ansteckt. Im Gespräch für mein.job nimmt sie uns nun mit auf ihren Weg: von der TU Wien über CERN bis hin zur Strahlenphysik, die Leben verändert.

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Frau Prof. Poljanc, wenn Sie heute auf Ihren Weg zurückblicken, was war entscheidend dafür, dass Sie Ihren Platz in der Technik gefunden haben?

Ich habe während meines Studiums (technische Physik an der TU Wien) einige Konferenzen mitorganisiert und bin, weil ich ganz gut im Koordinieren bin, „weitergereicht“ worden. Über das Atominstitut und das Institut für Hochenergiephysik der Österreichischen Akademie der Wissenschaften kam ich als Summer Student ans CERN nach Genf. Danach wurde ich für die Med-AUSTRON-Machbarkeitsstudie – ein 200-Mio.-Euro-Projekt – engagiert. Entscheidend ist, dass man Engagement zeigt und jeden Job machen kann!

Sie haben Ihre Dissertation in den USA auf eigene Initiative geschrieben – ohne Förderung, aber mit Überzeugung. Wie erkennt man, wann man einen ungewöhnlichen Weg wirklich gehen sollte?

Ich habe im Zuge des Med-AUSTRON-Projekts einige Geniale Köpfe kennengelernt, deren Einfallsreichtum mich fasziniert hat. Mein Horizont ist plötzlich vom Hörsaal in Richtung große weite Welt erweitert worden. Ich hatte Ansprechpartner*innen, die mich auf Ideen brachten, die ich unbedingt umsetzen wollte, aber in meiner kleinen Welt nicht konnte. Mich hat die medizinische Physik fasziniert, weil man mit unserem Werkzeug – dem logischen Denken, etwas Physik und Mathe – Menschen wirklich helfen kann. Man muss es sich nur zutrauen.

Was fasziniert Sie an der Strahlenphysik, gerade an der Schnittstelle zwischen hochpräziser Technik und medizinischer Anwendung? Und wie hat dieses interdisziplinäre Feld Ihre Karriere geprägt?

Mit guten Ideen und deren Umsetzung kann man an entscheidenden Stellen einer Erkrankung Weichen stellen. Wirklich beeindruckt war ich, als ich die Dosisauslastung eines massiven Tumors im Schädel eines Kindes geplant hatte – und wenige Wochen später diese kleine Patientin quietschvergnügt im Wartezimmer der Klinik herumhüpfen sah. Wir hatten nicht erwartet, dass die Umsetzung einer guten Idee für diese schwere Erkrankung zu einer derart schnellen Verbesserung unserer kleinen Patientin führen würde.

Gab es in Ihrer Laufbahn besondere Herausforderungen – und wie haben Sie gelernt, damit umzugehen?

Als kleine Studentin zum Projektleiter zitiert zu werden und Rede und Antwort stehen zu müssen – für Dinge, die man selbst nicht verursacht hat –, hat einen niedrigen Spaßfaktor. Danach mit einer vertrauten Person darüber zu reden, befreit ungemein. Enttäuschung zeigt sich bei mir, wenn man mein Grundvertrauen missbraucht. Wenn man diese Situation auf die Spitze treibt, was leider auch jetzt noch vorkommt, dann geht – mathematisch gesprochen – meine Bereitschaft zu einer weiteren Zusammenarbeit im Limes gegen null.

Sie arbeiten täglich mit der Generation Z. Was begeistert Sie an ihr – und was fordern Sie von ihr ein?

Ich habe das Privileg, von jungen engagierten Menschen umgeben zu sein, die neugierig und wissbegierig sind. Das fängt bei der Kinder-Uni an und gipfelt im Doktorat. Diese jungen Menschen haben Ziele und machen sich sehr viele Gedanken über die Zukunft. Ich fordere nichts ein und freue mich über jede und jeden, die oder der ihren oder seinen Beitrag für eine gerechte Welt leisten will, in der wir alle unseren Platz für einen respektvollen und achtsamen Umgang mit unserer Umwelt und miteinander pflegen. Wir alle lernen voneinander.

Respekt, Fairness und Vertrauen zählen heute zu den wichtigsten Erwartungen an Führung. Welche Erfahrungen haben Sie selbst an der TU Wien mit Führung gemacht – und wie leben Sie Leadership in Ihrer wissenschaftlichen Rolle heute?

Diese Frage ist für mich am schwersten zu beantworten, weil das ganz unterschiedlich ist. Sehr viele meiner Vorgesetzten sind ausgezeichnete Führungskräfte, mit denen man über alles (über wirklich alles!) reden kann. Ein paar Ausnahmeerscheinungen sind mir natürlich auch über den Weg (nicht nur an der TU) gelaufen, deren Selbsteinschätzung für mich oftmals irritierend war. Man geht davon aus, dass jeder gute Wissenschaftlerin auch eine gute Führungskraft ist. Der Umkehrschluss gilt übrigens auch nicht – das sieht aber wohl jede*r ein :).

Viele Studierende wünschen sich regelmäßiges, ehrliches Feedback. Wie erleben Sie diesen Wunsch – und was braucht es, damit Feedback wirklich etwas bewirkt?

Ich habe mir angewöhnt, zum Beispiel am Ende einer mündlichen Prüfung auch immer eine kurze Begründung abzugeben und den Studierenden meine Einschätzung nicht nur über das Gelernte, sondern auch über ihr kombinatorisches Wissen zu geben. Das kommt meist sehr gut an und beflügelt die Personen auch nach der Prüfung, weiterhin Interesse zu zeigen. Manchmal gebe ich ihnen auch noch eine kleine Aufgabe mit, um die Naturwissenschaft auch wirklich in der Natur zu beobachten. Entscheidend ist hier, die Neugierde zu wecken.

Sie haben sich als Frau in einem männerdominierten Bereich wie der Medizinphysik etabliert. Was hat Ihnen dabei geholfen – und was möchten Sie jungen Frauen in der Technik mitgeben?

Unsere Eltern haben uns Kinder gleich erzogen. Wir durften alle Tätigkeiten in der Werkstatt, im Garten, im Haushalt etc. ausführen. Man hat uns gezeigt, dass man durch Durchhaltevermögen und starken Willen ans Ziel kommt. Nichtstun ist keine Option. Ich bin davon überzeugt, dass sich junge Frauen ein technisches Studium sorgfältiger aussuchen als manche jungen Männer und daher höhere Erfolgschancen haben. Problematisch sehe ich, dass die Selbsteinschätzung von Frauen oft zu gering ausfällt. Da muss ich mich aber auch selbst an der Nase nehmen :).

Wenn Sie heute drei Sätze an junge Menschen richten könnten, die ihren Weg in der Technik beginnen – was würden Sie sagen? Welche Skills sollte man in Zukunft beherrschen?

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