Female Role Models WiSe 26/27

Im Wintersemester 2026/27 begleiten vier Role Models die Lehrveranstaltung TU.impact - das Female Empowerment Programm der TU Wien, sie werden für eine Q&A Session in die Lehrveranstaltung kommen, werden bei der Podiumsdiskussion teilnehmen und Studentinnen, wie auch Schülerinnen bei der Unternehmensbesichtigung zeigen, wie ihr Arbeitsumfeld aussieht.


Dr. Klaudia Ebner

Abteilungsleiterin Technische Services, EVN AG

Hattest du ein Role Model?

Ehrlich gesagt hatte ich lange kein klassisches Vorbild. Gerade in meinem Berufsumfeld war ich oft die einzige Frau im Raum, und ich hätte mir damals jemanden gewünscht, der mir Mut macht und zeigt: Auch als Frau kannst du das schaffen.
Was ich aber hatte – und wofür ich sehr dankbar bin – waren Mentoren, die mich gefordert und zugleich stark gefördert haben. Jeder von ihnen hat mir etwas mitgegeben, das mich bis heute prägt.
Mein erster Mentor hat mir beigebracht, visionär und strategisch zu denken, Menschen für meine Ideen zu begeistern und hinter jedem Vorhaben den geschäftlichen Mehrwert zu sehen. Mein zweiter Mentor hat mir gezeigt, wie entscheidend ein gutes Team und eine gesunde Unternehmenskultur sind – und dass man immer auf seine Kolleginnen und Kollegen schauen sollte. Und hier bei der EVN habe ich durch meinen Mentor gelernt zu delegieren, meinen Mitarbeitenden zu vertrauen und sie so zu entwickeln, dass sie eigenständig Verantwortung übernehmen.

Foto Klaudia Ebner EVN
Foto: EVN AG

Eine Erkenntnis begleitet mich dabei besonders: als Frau die Welt auch mit den Augen eines Mannes zu sehen – und trotzdem du selbst zu bleiben. Stärken und Schwächen gleichermaßen zu zeigen. Bestätigt hat sich das, als ich Alexandra Wittmann kennengelernt habe, unsere heutige Vorständin. Sie hat mir vorgelebt, mir selbst treu zu bleiben und mich nicht zu verstellen – gerade in meinem Berufsumfeld, die nach wie vor stark männerdominiert ist.
Im privaten Umfeld hat mich meine Großmutter stark geprägt: sie war unabhängig, gebildet und zielstrebig, und hat immer offen ihre Meinung gesagt. Das war zu ihrer Zeit alles andere als selbstverständlich – und genau deshalb war sie für mich ein großes Vorbild.

Warum ist es wichtig, Frauen in der Technik sichtbar zu machen?

Ich erinnere mich noch gut: Als ich meinen Eltern erzählt habe, dass ich Wirtschaftsingenieurwesen Maschinenbau an der TU studieren möchte, hat mir meine Mutter davon abgeraten. Ich solle lieber an die WU gehen und BWL studieren – die TU sei nichts für mich, das sei etwas für Männer.
Und genau hier liegt der Punkt: Wer andere sieht, die diesen Weg schon gegangen sind, traut sich selbst mehr zu. Was vorher weit weg und abstrakt schien, rückt auf einmal in greifbare Nähe. Erfolgreiche Frauen in der Technik sind für die nächste Generation der Beweis, dass dieser Weg offensteht – und dass er sich lohnt. Vorbilder helfen der nächsten Generation, das zu tun, was in ihr steckt.
Es klingt vielleicht wie ein Klischee, aber: Du kannst alles erreichen. Manchmal haben Frauen das Gefühl, sie bräuchten erst eine Erlaubnis. Sie fragen sich: „Sollte ich? Kann ich? Traue ich mich?" – und die Antwort ist: Ja, du kannst, und du wirst.
Das Rollenklischee, dass nur Männer in der Technik erfolgreich sein können, ist längst überholt. Gerade junge Frauen sollten sich mehr zutrauen und sich nicht von veralteten Stereotypen abschrecken lassen. Wenn man authentisch bleibt, Leidenschaft für den Beruf mitbringt und den Mut hat, neue Wege zu gehen dann kommen Erfolg und Anerkennung von ganz allein.
Und genau das möchte ich der nächsten Generation mitgeben – in der Hoffnung, dass ich bald nicht mehr die einzige Frau im Raum bin.

Dr. Marlene Tüchler, BSc MSc

Product Lead in Strategische Versorgungssicherheit, Austrian Power Grid AG

Hattest du ein Role Model?

Ich hatte viele Role Models. Ich darf mich glücklich schätzen, oft weibliche Vorgesetzte zu haben, die mich sehr geprägt haben. Starke Frauen in Führungsrollen zu erleben hat mir gezeigt, was möglich ist, und besonders, wie es sein kann. Vor allem waren es jedoch meine Kolleginnen und Peers, die meine Vorbilder waren und sind: Meine Mitstudentinnen, die einander angefeuert haben und neben ihrer Arbeit im Labor auf Konferenzen vor – hauptsächlich männlichem – Publikum ihre Ergebnisse präsentierten; Doktorandinnen, die aus Liebe für ihre Ausbildung bzw. Arbeit mutig ihre Heimat verlassen haben, um Neues zu lernen; Kolleginnen, die sich als einzige Frau in einem Raum behaupten und sich nicht verstecken, sondern ganz sie selbst bleiben.

Zu sehen, wie Frauen in MINT sich gegenseitig unterstützen und sich füreinander einsetzen hat mich während meiner ganzen bisherigen Laufbahn inspiriert und motiviert und ist für mich zu einem Leitbild in meinem eigenen Umgang mit Kolleginnen geworden.

MarleneTuechler
Foto: Austrian Power Grid AG

Warum ist es wichtig, Frauen in der Technik sichtbar zu machen?

Wir leben leider auch heute noch in einer Gesellschaft, in der Frauen und Männer anders sozialisiert werden. Für Frauen bedeutet das oft, nicht zu laut sein zu dürfen, nicht zu anders, nicht zu selbstbestimmt, nicht zu ehrgeizig, nicht zu stark. In MINT-Feldern kommen hier gleichzeitig auch noch die Erwartungen dazu, nicht zu feminin, zu einfühlsam, zu intuitiv zu sein – die Erwartungen sind unmöglich zu erfüllen. Daher finde ich, dass nicht die Frauen sich ändern müssen, sondern die Erwartungen. Meiner Meinung nach sind all diese Eigenschaften Stärken, die sich nicht gegenseitig widersprechen, sondern bereichern. Oft verbinden wir als Frauen mit diesen Eigenschaften Unsicherheit oder sogar Scham. Scham kann nur dann verschwinden, wenn wir andere Menschen sehen, die ähnliche Erfahrungen, Persönlichkeiten, Charakter oder Probleme wie wir selbst haben. Daher ist es in Bereichen, in denen Frauen tendenziell unterrepräsentiert sind, ganz besonders wichtig, all diese Facetten sichtbar zu machen. Es muss Platz für uns Frauen sein - je diverser, lauter, stärker, weicher, intuitiver, selbstbestimmter, einfühlsamer, bunter, desto besser.

Dr. Ruth Boyer

Director Marketing & Communications, Hitachi Rail Austria GmbH

Warum ist es wichtig, Frauen in der Technik sichtbar zu machen?

Technik ist ein Werkzeug, um Zukunft zu gestalten. Frauen in der Technik sichtbar zu machen, ist daher ein wichtiger Hebel, um zu zeigen, welchen Einfluss Frauen auf technische Entwicklungen haben können. Die Technologien, die in den letzten Jahren entwickelt wurden, prägen heute unsere Gesellschaft. Denken wir zum Beispiel daran, wie Künstliche Intelligenz, Automatisierung oder neue Mobilitätslösungen unseren Alltag beeinflussen. Wir sollten Frauen ermutigen und ihnen vermitteln, dass ihre Perspektive für den Erfolg eines Unternehmens oder eines Projekts entscheidend sein kann. Die Botschaft an junge Frauen sollte lauten, dass sie unsere Gesellschaft aktiv mitgestalten können.

Sichtbarkeit bedeutet, dass man sich ein konkretes Bild vom Berufsalltag von Ingenieurinnen, Programmiererinnen oder technischen Führungskräften machen kann. Es braucht mutige Vorbilder, starke Netzwerke und die Selbstverständlichkeit, dass Frauen in technischen Berufen arbeiten. Mein Ziel ist es, TU-Studentinnen mit viel Empathie und Erfahrung aufzuzeigen, welche Karrierechancen ein Technikstudium bietet und wie ein gelungener Berufseinstieg aussehen kann. Ich bin Technikerin aus Leidenschaft. Aber wie man in meinem Fall sieht, kann ein Technikdiplom auch eine Karriere als Marketing- und Kommunikationsleiterin in einem internationalen Technologie-Konzern ermöglichen.

RuthBoyer HITACHI
Foto: Georg Wilke

Haben bzw. hatten Sie selbst ein Role Model?

Mein allererstes Role Model war meine Mutter. Sie hat mir immer vorgelebt, dass Arbeit und Familie zusammengehören. Für mich war es selbstverständlich, dass meine Mutter gearbeitet hat und gleichzeitig für die Familie da war. Aber vielleicht sogar noch wichtiger: Sie hat mich immer dazu ermutigt, meinen eigenen Weg zu gehen und einen technischen Beruf zu ergreifen. Dieses Vorbild möchte ich auch meinen Kindern mitgeben. Auch wenn ich Mutter von zwei Buben bin, ist es mir wichtig, dass sie sehen, dass Frauen und Männer gleichermaßen berufstätig sein können, denn gesellschaftlicher Wandel beginnt auch in den Familien.

Generell kann denke ich jede:r ein Role Model sein. Hier fallen mir viele Beispiele herausragender Frauen bei Hitachi Rail ein – in allen Unternehmensbereichen, von der Trainee bis zur Top-Managerin. Bei uns arbeitet eine Vielzahl gut ausgebildeter Kolleginnen, die interessante technische Berufe innehaben. Denn ein Role Model zeigt nicht nur, was möglich ist, sondern macht anderen Mut, ihren eigenen Weg zu und eröffnet neue Möglichkeiten.

Wiebke Ebner

Skill Team Leader E/E, Vehicle Controls & SDV Powertrain Engineering, AVL List GmbH

Warum ist es wichtig, Frauen in der Technik sichtbar zu machen?

Als ich mich für ein technisches Studium entschieden habe, kannte ich keine einzige Frau, die in der Technik gearbeitet hat. Vielleicht war das sogar ein Teil meiner Motivation, diesen Weg zu gehen und zu zeigen, dass es auch anders sein kann.

Besonders die elektrotechnischen Fächer meines Studiums waren anspruchsvoll, aber ich hatte das Glück, Teil einer großartigen Gemeinschaft von Kommilitoninnen und Kommilitonen zu sein, die sich gegenseitig unterstützt und durch schwierige Phasen getragen hat. Auch heute schätze ich die Zusammenarbeit mit meinen Kolleginnen und Kollegen sehr, aber es macht einen Unterschied, wenn Frauen im Team sind und man sich mit Menschen austauschen kann, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben.

Deshalb engagiere ich mich gerne als Patin: Ich möchte dazu beitragen, technische Berufe für junge Frauen greifbarer zu machen und zeigen, dass sie dort genauso selbstverständlich ihren Platz haben. Denn mehr Vielfalt bedeutet nicht nur mehr Chancengleichheit, sondern auch mehr Perspektiven, mehr Innovation und damit einen echten Mehrwert für Gesellschaft und Wirtschaft.

WiebkeEbner AVL
Foto: AVL List GmbH

Hattest du selbst ein Role Model?

Ein konkretes Vorbild hatte ich nicht. Meine Studienwahl war eher eine Bauchentscheidung: etwas Technisches, aber nicht nur Technik. Deshalb wurde es Wirtschaftsingenieurwesen mit elektrischer Energietechnik, ohne dass ich damals eine konkrete Vorstellung hatte, wohin mich dieser Weg führen würde.
Orientierung habe ich mir durch verschiedene Quellen gesucht, vor allem über Bücher, Podcasts und persönlichen Austausch. Dabei waren für mich weniger einzelne Personen wichtig als die unterschiedlichen Lebenswege und Perspektiven, die sie gezeigt haben. Sie haben meinen Blick darauf erweitert, was alles möglich ist und dass es nicht den einen richtigen Karriereweg gibt.

Vielleicht ist genau das die Rolle von Vorbildern: nicht, dass man jemandem nacheifert, sondern dass man erkennt, dass die eigenen Möglichkeiten größer sind, als man zunächst denkt. Mir hat das geholfen, meinen eigenen Weg zu finden und dabei meinen Interessen treu zu bleiben.

Zu den Female Role Models des Sommersemesters 2026:

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CHANCENLAND VORARLBERG

CHANCENLAND VORARLBERG | READY FOR A NEW TECH JOB? Dann ist Vorarlberg dein Place to be! Wir zeigen dir, was Vorarlberg so besonders macht, und informieren dich über offene Jobs, Praktikumsplätze, Traineeprogramme und Stellen für Abschlussarbeiten in den Bereichen Mathematik, Informatik, Technik und Naturwissenschaften. Auf unserer Website chancenland.at findest du eine Unternehmens- und Jobdatenbank mit aktuellen Stellenangeboten in Vorarlberg. Außerdem organisieren wir kostenlose Networking-Events, bei denen wir dich mit Vorarlberger Unternehmen vernetzen. Heute ist Valantic mit uns am Stand. Valantic ist eines der führendsten Dienstleistungsunternehmen im Bereich der digitalen Transformation. Sie bieten umfangreiche Beratung in den Bereichen SAP Services, Business Analytics, Customer Experience, Digital Strategy und Financial Services Automation an. NEUGIERIG? Wir freuen uns darauf, dich kennenzulernen und dir bei der Suche nach einem spannenden Tech-Job zu helfen!

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The Boston Consulting Group über sich selbst:

Accenture

Accenture ist ein weltweit tätiges Beratungsunternehmen, das führende Unternehmen, Regierungen und weitere Organisationen unterstützt. Durch den Aufbau eines digitalen Geschäftskerns, Prozessoptimierung, Beschleunigung des Umsatzwachstums und die Verbesserung öffentlicher Dienstleistungen schaffen wir für unsere Kunden in mehr als 120 Ländern Mehrwert. Technologie steht dabei im Mittelpunkt des Wandels, den wir mit starken Partnerschaften in unserem Ökosystem vorantreiben. Unsere rund 743.000 Mitarbeitenden verfügen über umfassende technologische Kompetenz, insbesondere auf den Gebieten Cloud, Data und Künstliche Intelligenz, sowie über tiefgehende Branchenkenntnis und funktionale Expertise. Damit setzen sie ein breites Spektrum an Dienstleistungen, Lösungen und Ressourcen in den Bereichen Strategy & Consulting, Technology, Operations, Industry X sowie Song um. Unser Erfolg misst sich dabei am Mehrwert für Kunden, Mitarbeitende, Aktionäre, Partner und für die Gemeinschaft.

BHM Holding GmbH

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