Interview: Mag.ᵃ Natascha-Simone Paul

Why TU – Anisa Arzikulova

Anisa Arzikulova über Lernen, Haltung und Verantwortung

Anisa Arzikulova studiert Technische Physik an der TU Wien. Was sie auszeichnet, ist nicht nur ihr fachliches Interesse, sondern eine klare innere Haltung. Sie begreift Unsicherheit als Lernraum, übernimmt Verantwortung und macht ihre Ambitionen nicht klein. Im Gespräch erzählt sie, was sie geprägt hat, was sie stabil hält und was sie sich von der Arbeitswelt wünscht.

Wer bist du jenseits von Studium und Leistung?

Mich zeichnen Resilienz und eine ausgeprägte Neugier aus, kontinuierlich Neues zu lernen. Ich gehe Herausforderungen analytisch und zielorientiert an und bleibe auch in anspruchsvollen Situationen fokussiert und reflektiert. Ob in Forschung, Teamarbeit oder Engagement, ich übernehme gerne Verantwortung, denke kritisch und strebe danach, mich kontinuierlich weiterzuentwickeln.

„Unsicherheit ist für mich kein Rückschritt, sondern ein Lernraum."

Ein prägender Lernmoment

Ein besonders prägender Lernmoment war die Organisation eines Amnesty-International-Workshops. Dabei wurde mir bewusst, wie entscheidend es ist, Menschenrechtsverletzungen nicht nur zu verstehen, sondern auch zu wissen, wie man konkret Wirkung erzielt. Durch Kommunikation und Interessenvertretung habe ich gelernt, Bewusstsein zu schaffen und Engagement in verantwortungsvolles Handeln zu übersetzen.

Wann hattest du an der TU Wien zum ersten Mal das Gefühl: Okay, hier bin ich richtig?

Dieses Gefühl hatte ich im Rahmen des Programms TU.impact, insbesondere während der ANDRITZ-Führung. Zu sehen, wie simulierte Modelle in großskalige technische Lösungen übersetzt werden, die zur Energiewende beitragen, hat mir eine klare berufliche Perspektive eröffnet. In diesem Moment wurde mir bewusst, dass die TU Wien genau der richtige Ort für meine Entwicklung ist.

Was hält dich innerlich stabil, wenn alles schneller und unsicherer wird?

Mich stabilisiert ein ausgeprägtes Growth Mindset und der feste Glaube, dass Herausforderungen momentane Phasen sind, die überwunden werden können. Ich sehe Unsicherheit nicht als Rückschritt, sondern als Lernraum. Wissenschaftliches Denken und Reflexion helfen mir, aus Schwierigkeiten gezielt zu lernen und mich weiterzuentwickeln.

Was würdest du heute bewusst nicht mehr tun, auch wenn es von dir erwartet wird?

Ich würde meine Ambitionen nicht mehr kleinmachen. Sichtbarkeit und fachlicher Anspruch stehen für mich nicht im Widerspruch zu Teamarbeit, sondern stärken sie. Gerade in technisch dominierten Räumen habe ich gelernt, Kompetenz klar zu vertreten und Verantwortung bewusst zu übernehmen.

„Ich habe gelernt, meine Ambitionen nicht mehr herunterzuspielen."

Was wünschst du dir von einereinem Arbeitgeberin, um dich langfristig sicher, gesehen und ernst genommen zu fühlen?

Eine Arbeitgeberin sollte Leistung transparent anerkennen und nicht nur fachliche, sondern auch persönliche Entwicklung aktiv fördern. Diversität darf kein Schlagwort sein, sondern muss gelebt werden. Mentoring, eine faire Feedbackkultur und echte Verantwortung sind für mich entscheidend. Besonders wichtig ist mir ein Umfeld, in dem Frauen in technischen Rollen selbstverständlich gleiche Chancen bekommen.

Gab es ein Angebot des TU Career Center, das dir Orientierung gegeben hat?

TU.impact. Das Programm hat mir gezeigt, wie vielfältig technische Karrierewege sein können. Besonders inspirierend waren die Begegnungen mit Role Models, die offen über ihren eigenen Werdegang gesprochen haben. Dadurch wurden Karrierewege greifbar, realistisch und erreichbar.

„Du musst nicht warten, bis du dich bereit fühlst. Du wächst in die Rolle hinein."

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Die Infineon Technologies Austria AG ist ein Konzernunternehmen der Infineon Technologies AG, eines weltweit führenden Anbieters von Halbleiterlösungen, die das Leben einfacher, sicherer und umweltfreundlicher machen. Infineon Austria bündelt die Kompetenzen für Forschung & Entwicklung, Fertigung sowie globale Geschäftsverantwortung. Der Haupt­sitz befindet sich in Villach, weitere Niederlassungen in Graz, Klagenfurt, Linz und Wien. Mit 5.977 Beschäftigten (davon rund 2.500 in Forschung & Entwicklung) aus 78 Nationen erzielte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2024 (Stichtag: 30. September) einen Umsatz von 4,757 Milliarden Euro. Mit einem Forschungsaufwand von 685,5 Millionen Euro ist Infineon Austria eines der forschungsstärksten Unternehmen Österreichs. Der Hauptsitz in Österreich befindet sich in Villach mit weiteren Niederlassungen in Linz, Graz, Klagenfurt und einem Sales-Office in Wien.

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