Tanja Elgendy, MSc, Beraterin, Trainerin und Coachin | TU Career Center
Unconscious Biases – Wenn dein Gehirn auf Autopilot schaltet
Du triffst neue Leute in einer Lehrveranstaltung und hast sofort ein Gefühl dabei: sympathisch, kompetent, nicht mein Typ. Aber woher kommt dieses Gefühl, obwohl du die Person kaum kennst? Genau hier sind Unconscious Biases am Werk.
Der Autopilot im Kopf
Unser Gehirn verarbeitet täglich unzählige Eindrücke. Um nicht überlastet zu sein, arbeitet es die meiste Zeit automatisch, konkret laufen bis zu 90 % unserer Denkprozesse unbewusst ab. Bewusstes, logisches Denken kostet Energie. Deshalb nutzt das Gehirn bevorzugt den „Autopiloten", um basierend auf Erfahrungen und Mustern schnell Entscheidungen zu treffen. Das hilft im Alltag, kann aber auch zu Fehleinschätzungen führen.
Was sind Unconscious Biases?
Unconscious Biases sind unbewusste Denkabkürzungen. Das Gehirn ergänzt automatisch Informationen, zieht schnelle Schlüsse und ordnet Menschen in Kategorien ein, ohne dass wir es merken. Diese Verzerrungen beeinflussen jedoch unser Verhalten, zum Beispiel bei Gruppenarbeiten, Prüfungsbeurteilungen oder Bewerbungen. Sie können unfair sein und Stereotype verstärken, auch wenn wir das gar nicht wollen.
Bewusstsein ist wichtig
Biases sind die schnellen Geschichten und Bilder, die wir uns über Menschen ausdenken, bevor wir sie wirklich kennen. Der erste Schritt, um Unconscious Biases und somit auch Vorurteile zu reduzieren und fairer zu entscheiden, ist, sie bewusst wahrzunehmen.
Typische Biases im Studienalltag
Affinity Bias: Wir bevorzugen Menschen, die uns ähnlich sind. Beispiel: Du arbeitest lieber mit Studierenden zusammen, die ähnliche Interessen wie du haben.
Halo-Effekt: Ein einzelnes positives Merkmal überstrahlt andere Eigenschaften. Beispiel: Eine Person tritt sehr selbstbewusst auf und wird automatisch als besonders kompetent eingeschätzt.
Confirmation Bias: Wir suchen und bewerten Informationen so, dass sie unsere bestehenden Überzeugungen bestätigen. Beispiel: In einer Diskussion nimmst du vor allem Argumente wahr, die deine eigene Meinung unterstützen.
- Probiere es selbst beim nächsten Gruppenprojekt: Wer wirkt spontan besonders sympathisch auf mich und warum?
- In Bewerbungsgesprächen: Worauf reagiere ich emotional und worauf sachlich?
- Summary: Unconscious Biases lassen uns schnell urteilen. Bewusstsein macht Entscheidungen fairer.