DI Dr. Michaela Killian, TU-Wien-Absolventin und Abteilungs- und Kraftwerksleiterin Kraftwerke Simmering, Donaustadt & Leopoldau | Wien Energie

Mut macht Zukunft

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Foto: © Wiener Stadtwerke-Gruppe

Die ersten Jahre im Job
Der Schritt von der Universität in den ersten Job ist ähnlich aufregend wie der Wechsel von der Schule an die Uni: Alles ist neu, man muss seinen Platz erst finden, und genau das macht diese Phase so spannend. Gleichzeitig ist es unglaublich erfüllend zu sehen, wie sich das theoretische Wissen endlich in der Praxis wiederfindet.

Schnell wurde mir klar, dass Neugier, Wissensdurst und Fokussierung nicht nur an der Uni wichtig sind, sondern einen durch das ganze Berufsleben begleiten. In jedem Job geht es darum, dranzubleiben, Neues zu lernen und sich weiterzuentwickeln. In diesem Sinne ist der Übergang gar nicht so verschieden, nur eben „anders".

Besonders meine Prae- und Post-Doc gehört zu den intensivsten und lehrreichsten Phasen meines Lebens. Sie hat mich fachlich wie persönlich stark geprägt und hervorragend auf die Arbeitswelt vorbereitet. Durch gemeinsame Projekte mit Industriepartner*innen am Institut für Mechanik und Mechatronik konnte ich außerdem schon früh erste Einblicke in die Unternehmenswelt sammeln, ein wertvoller Vorteil für meinen späteren Einstieg.

Herausforderungen als Frau in MINT
Ich würde meine Erfahrungen nicht als „Herausforderungen, weil ich eine Frau bin" beschreiben. Wie in jedem Studium geht es vor allem darum, dranzubleiben und den eigenen Weg konsequent zu verfolgen.

Was mir jedoch begegnet ist, sind Diskussionen rund um das Thema „Quote" oder Zuschreibungen wie die „Quotenfrau". Solche Begriffe erzeugen oft Erwartungen, die nicht unbedingt hilfreich sind. Deshalb sehe ich Quoten persönlich eher differenziert. Mir ist wichtig, dass Kompetenz, Engagement und gute Arbeit im Mittelpunkt stehen und dass alle die gleichen Chancen bekommen.

Ein Moment des Zweifelns
Wenn etwas nicht so lief wie geplant, hat mich das eher motiviert, noch fokussierter an meinen Zielen zu arbeiten. Ich habe hohe Ansprüche an mich selbst und Zufriedenheit entsteht für mich dann, wenn ich diesen Ansprüchen gerecht werde.

Ich habe nie daran gezweifelt, ob Studium, Doktorat, Post-Doc oder der Wechsel in die Industrie die richtigen Schritte waren. Jede Entscheidung habe ich bewusst auf Basis der damaligen Rahmenbedingungen getroffen und genau deshalb hat sich jede davon richtig angefühlt. Zweifel bedeuten Unsicherheit oder Unentschlossenheit, deshalb versuche ich solche Gedanken bewusst zu vermeiden. Und wenn sie doch auftauchen, hilft mir ein faktenbasierter, reflektierter Blick darauf. Meist lösen sie sich dann sehr schnell wieder auf.

Ein Moment des StolzesEiner meiner stolzesten Momente war der Award of Excellence, der Staatspreis für die besten Dissertationen Österreichs. Diese Auszeichnung hat mir gezeigt, dass sich all die Mühe gelohnt hat. Ebenso schön war die Erfahrung, dass meine Art zu arbeiten auch in der Industrie geschätzt wird.

Stolz entsteht für mich aber nicht nur im Berufsleben: Ein ebenso prägendes Erlebnis war der Aufstieg auf den Kilimandscharo. Diese Herausforderung hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, Erfolge in allen Lebensbereichen bewusst wahrzunehmen. Ich bin überzeugt: Wir sollten viel öfter stolz auf das sein, was wir erreichen, beruflich wie privat. Denn das Leben besteht aus mehreren Säulen, und jede davon trägt dazu bei, dass wir als Ganzes stabil bleiben.

Wie sie grounded geblieben ist
Bodenständigkeit war für mich immer ein zentraler Wert. Egal, welche Erfolge man feiert oder welche Position man erreicht: Wer den Bezug zur eigenen Basis verliert, verspielt viel, beruflich wie privat. Mir hilft es, regelmäßig einen Reality-Check zu machen, bewusst innezuhalten und mich daran zu erinnern, was wirklich zählt. So bleibt man langfristig stabil, zufrieden und kann sowohl im Job als auch im Alltag klar und geerdet handeln.

Was MINT menschlich bedeutet
MINT ist für mich ein kreativer und zukunftsorientierter Ansatz, um die Welt zu verstehen und zu gestalten. Es geht dabei nicht nur um trockene Formeln, sondern um Neugier, Problemlösungskompetenz und die Freude am Entdecken.

Was ich jungen Frauen mitgeben will
Mein Appell an junge Frauen, frei nach Mahatma Gandhi: „Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt."

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