Mag. Natascha-Simone Paul, Projektleitung mein.job, Marketing & Brand Management | TU Career Center

Frauen in MINT – System Error: Talent lost!

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Warum Frauen in der Technik abspringen – und was wir tun können, damit sie bleiben.

Im TUtheSky, dem modernen Veranstaltungsraum der TU Wien mit Blick über Wien, fühlte sich Weitblick fast selbstverständlich an. Genau deshalb passte dieser Ort so gut zu einem Abend, der Weitblick einforderte: Wie stoppen wir Talentverlust in der Technik?

Viele Menschen waren gekommen, um zuzuhören und mitzudiskutieren. Und doch fiel eines auf: Der Raum war voll, aber wieder einmal hauptsächlich mit Frauen. Dabei betrifft das Thema doch uns alle.

Diese Podiumsdiskussion bildete den Abschluss eines intensiven TU.impact-Durchgangs. Kein formales Finale, sondern ein bewusster Schlussakt, der zum Weiterdenken und Weiterwirken animieren sollte.

Frauen sind nicht das Problem
Ute Koch, Vizerektorin für Personal an der TU Wien, brachte gleich zu Beginn die zentrale Erkenntnis auf den Punkt: Frauen verlassen Technik nicht wegen mangelnder Kompetenz, sondern wegen unpassender Rahmenbedingungen, fehlender Wertschätzung und mangelnder Zugehörigkeit. Auch die MINT-Pipeline-Studie zeigt, dass der größte Verlust früh passiert, oft nach den ersten Ausbildungsstationen.

TU.impact heißt: Verbündete finden
Moderiert wurde der Abend von Mag. Tina Landreau, Projektleiterin der Lehrveranstaltung TU.impact. Sie beschrieb, gerührt und stolz, warum dieses Format so wirkt: Es baut Netzwerke zwischen Studentinnen und Female Role Models aus der Wirtschaft auf, zeigt berufliche Möglichkeiten im MINT-Bereich und öffnet Technik auch für Schülerinnen. Kurz: Man findet hier nicht nur Infos, sondern Verbündete und einen fruchtbaren Boden für Veränderung.

Unterschiedliche Haltungen, ehrliche Diskussion
Am Podium trafen unterschiedliche Perspektiven aufeinander. Astrid Albrecht-Kramreiter aus dem HTU-Vorsitzteam sprach über den Studienstart, Einsamkeit im Hörsaal und darüber, wie sehr Community, Lerngruppen und auch die Mitarbeit in der Fachschaft oft entscheiden, ob man als Frau an der TU bleibt.

Dr. Evelyn Sobotka, ehemalige TU-Doktorandin und heute Global Quality and Lean Managerin bei Andritz Hydro, zeigte, was ein Technikstudium vermitteln kann: analysieren, strukturieren, Lösungen entwickeln. Man muss nicht alles wissen, aber den Willen haben, sich weiterzuentwickeln.

Dr. Michaela Killian, ebenfalls TU-Absolventin und heute Abteilungs- und Kraftwerksleiterin der Kraftwerke Simmering, Donaustadt und Leopoldau bei Wien Energie, sagte offen, was viele erleben: Frauen müssen immer noch oft mehr leisten, um gleich wahrgenommen zu werden. Sie diskutierte die Frauenquote kritisch und betonte gleichzeitig, wie wichtig faire Leistungskultur und starke Führung sind.

Dinah Gaffal, MSc, Head of Gender Equality Office der TU Wien, war sich bewusst, dass Kulturveränderung dauert, aber sie ist sich auch sicher, dass es sich lohnt.

Aus dem Publikum kam auch die Forderung, die TU müsse mehr Female Role Models sichtbar machen. Genau das ist der Kern von TU.impact: Die Role Models zeigen, dass Technik viele Wege hat und dass diese Wege real auch von Frauen gegangen werden können. Diversität ist kein Frauenthema. Männer müssen verstehen, dass ein Umfeld, das für Frauen besser wird, am Ende für alle besser wird.

Die Botschaft ist klar
Egal ob Mann oder Frau: sich nicht unterkriegen lassen, durchziehen, Dinge machen, die man wirklich gerne macht, denn die macht man zu 100 % gut, und Netzwerke nutzen. Für den Berufseinstieg gilt: Ja, es ist ein riesiger Sprung, aber eine gute Führungskraft kann den Unterschied machen. Deshalb lohnt es sich, bei der Jobsuche genau hinzuschauen, auch auf die Vorgesetzten.

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